Unter den "Big Five" von Ferrari (LaFerrari, Enzo Ferrari, F50, F40 und 288 GTO) ist der 288 GTO vermutlich der seltenste und gleichzeitig der am wenigsten beliebte.
Als der 288 GTO 1984 auf den Markt kam, war er das extremste, aggressivste und schnellste Fahrzeug, das Ferrari je produziert hatte. Er markierte den Anfang der Supercar-Geschichte von Ferrari. Danach wurden die Straßenfahrzeuge von Ferrari immer extremer. Während der F40 einer der beliebtesten Ferrari aller Zeiten ist und auch heute noch sehr einer der beliebtesten ist, wäre er ohne den 288 GTO gar nicht möglich gewesen. Der F40 war nämlich eine Weiterentwicklung des damals so legendären 288 GTO. Die nachfolgenden extremen Ferraris wurden jedoch so spektakulär, dass der 288 GTO leider in deren Schatten verschwand. Der zufällige Passant würde wohl kaum denken, dass dieses unscheinbare Fahrzeug den Beginn einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte markierte.
Tatsächlich war der 288 GTO ursprünglich als Rallyefahrzeug konzipiert, das Ferrari zurück in die Gruppe B bringen sollte. Um an den Rallys teilnehmen zu können, mussten laut Reglement 200 homologierte Straßenfahrzeuge produziert werden. Schließlich wurden sogar 272 Fahrzeuge gebaut. Fünf GTO Evoluzione wurden für das Finale des Rennens hergestellt, von denen heute nur noch drei existieren. Die anderen wurden in Ferraris Labor zurückgebracht und dort weiterentwickelt, um wichtige Elemente für den F40 zu schaffen.
Da der 288 GTO eine völlige Neuheit für Ferrari war, wurden schnell viele Schwachstellen erkannt. Einige Service-Arbeiten müssen daher bis heute regelmäßig durchgeführt werden, damit das Fahrzeug fahrtüchtig bleibt. Daher ist es auch ziemlich kostspielig, einen solchen Wagen zu besitzen, geschweige denn ihn zu fahren. Aus diesem Grund sieht man den 288 GTO selten auf öffentlichen Straßen; die meisten Besitzer lassen ihn lieber in der Garage stehen.
Man kann verstehen, dass ein Laie behauptet, der 288 GTO sähe einem Ferrari 308 sehr ähnlich. Das stimmt teilweise. Unter der Karosserie verbirgt sich jedoch ein vollständig neu entwickeltes Fahrzeug. Wenn Sie also einmal aus der Ferne einen Ferrari 308 sehen, schauen Sie genau hin – im Idealfall könnte es sich um einen Ferrari 288 GTO handeln.
Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass der 288 GTO, ebenso wie der F40, ausschließlich in Rosso Corsa erhältlich war. Es war damals nicht so wie heute, wo man in einen Ferrari-Laden geht, sich in die Konfigurationsecke setzt und Schritt für Schritt jedes Detail personalisiert. Den 288 GTO gab es genau so, wie er war, ohne Änderungsmöglichkeiten. Natürlich gab es einige Käufer, die ihren GTO später umlackieren ließen, weil sie es langweilig fanden, wenn alle den gleichen GTO besaßen. Daher wurden einige Exemplare in Farben wie Weiß, Schwarz, Gelb oder Blau umlackiert, was jedoch sehr selten vorkommt.
Das in Genf gesehene Exemplar ist noch genau so wie zur Zeit seiner Auslieferung. Dieses geschichtsträchtige Kunstwerk wurde bislang noch nie gesehen. Jedoch wurde einmal ein 300 SL mit dem Selben Kennzeichen gesichtet
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