Wenn Wahnsinn mit dem höchstmöglichen Prestige kollidiert – wo landet das Ganze? Auf einem zugefrorenen See in einem der luxuriösesten Winterresorts der Welt: St. Moritz. Das ist The ICE - und es erfüllt wirklich jedes einzelne Kriterium.
Stell dir vor: die verrücktesten Autos aller Generationen, Millionen und Abermillionen Euro wert, fahren ganz beiläufig über einen zugefrorenen See. Lass das kurz sacken. Automobilikonen im Multimillionenbereich, quer auf Eis. Etwas, das der durchschnittliche Verstand kaum begreifen kann und doch ist es Realität. Wir sprechen von Autos wie dem McLaren F1 GTR, Nissan R390 GT1, Porsche 996 GT1, Ferrari F50, Bugatti Bolide und vielen mehr. Maschinen, die normalerweise hinter Samtseilen oder in klimatisierten Sammlungen leben, werden hier direkt vor deinen Augen auf das Eis losgelassen.





Die Ursprünge von The ICE
Die Wurzeln dieses unglaublichen Events reichen bis ins Jahr 1985 zurück. Zur Feier des hundertjährigen Jubiläums einer historischen Sportveranstaltung beging eine Gruppe britischer Teilnehmer des Wettbewerbs angeführt vom Schotten Keith Schellenberg, dieses Ereignis auf ganz besondere Weise: Sie fuhren erstmals mit einigen ihrer Vintage-Bentley-Tourer auf den zugefrorenen See.
Was als kühne Vision begann, entwickelte sich langsam zu einem Ziel. Aus dem Ziel wurde ein Projekt, und das Projekt wurde geteilt, vorgeschlagen und diskutiert. Über Jahrzehnte hinweg debattierten lokale und internationale Behörden darüber, ob diese Idee tatsächlich Realität werden könnte.
Schließlich wuchs die Begeisterung. Die Gemeinde St. Moritz und das Badrutt’s Palace unterstützten das Konzept sofort, gefolgt von Partnern und Sponsoren, die die entscheidende Rückendeckung lieferten. Das Ergebnis ist das, was wir heute als The ICE kennen: ein einzigartiges automobiles Spektakel, wie es weltweit kein zweites gibt.





Legendäre Autos und legendäre Besitzer
Werfen wir einen genaueren Blick auf einige der Teilnehmer und ihre Fahrzeuge.
Eines stach besonders hervor: der Nissan R390 GT1, im Besitz von niemand Geringerem als dem ehemaligen Formel-1 und Le-Mans-Fahrer Érik Comas. Sein R390, stolz in der ikonischen Pennzoil Lackierung, wurde bereits 1997 straßenzugelassen. Comas fuhr den R390 GT1 1997 und 1998 in Le Mans - und fast drei Jahrzehnte später bewegte er einen davon über einen zugefrorenen See in der Schweiz. Allein das ist schon verrückt.





Ein weiteres absolutes Highlight war der allererste Koenigsegg, der CC Prototype, der extra aus Dubai angereist war. Den allerersten Koenigsegg einmal live zu sehen, ist wirklich eine ganz andere Liga. Dieses historische „Ei“ kam außerdem nicht allein, begleitet wurde es vom CC850, Jesko Attack, Jesko Absolut sowie dem berüchtigten candyroten Agera R, den man auch in der Stadt herumfahren sehen konnte.
Von Porsche hat mir ein Auto komplett das Herz gestohlen: der 996 GT1. Das ist ohne jeden Zweifel der verrückteste straßenzugelassene Porsche, der je gebaut wurde. Schau ihn dir an, die breiten Schultern, der massive Heckflügel, die Proportionen. Er schreit in jeder erdenklichen Hinsicht.





Bugatti auf Eis … warum eigentlich nicht?
Als wäre das nicht schon genug, stell dir Folgendes vor: nicht einer, sondern gleich drei reine Trackonly-Bugatti Bolide fahren auf Eis. Ja, das ist wirklich passiert. Ein roter, ein blauer und ein schwarzer, alle auf den zugefrorenen See losgelassen. „Völlig surreal“ beschreibt es nicht einmal ansatzweise.
Und damit hörte es nicht auf. Am Bugattistand waren drei Veyron ausgestellt, direkt neben zwei Rimac Nevera. Die anwesenden Menschen waren dabei fast genauso verrückt wie die Autos selbst, wir sprechen davon, dass Mate Rimac und Christian von Koenigsegg ganz beiläufig vor Ort waren.





Eine Show am Himmel
Die Action spielte sich nicht nur am Boden ab. Über unseren Köpfen erlebten wir eine atemberaubende Vorführung der Patrouille Suisse, die ihre F-5 Tiger Jets in engen Formationen fliegen ließ. Es war schlicht spektakulär.
Von Zeit zu Zeit überflogen auch verschiedene Privatjets das Gelände und erinnerten ganz beiläufig an den puren Luxus, der diesen Ort umgibt. Besonders auffällig war ein Flugzeug der DC Aviation Malta: ein Airbus A318-112 ACJ mit dem perfekt passenden Rufzeichen „9H-ICE“.





Der König der Show
Für mich persönlich war der wahre König des Events der McLaren F1 GTR in der legendären Lark-Lackierung. Ihn draußen auf dem Eis zu sehen, schneebedeckt und so gefahren, wie er gefahren werden soll, dieses Bild hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt.
Und er war nicht der einzige F1 vor Ort. Es gab auch einen straßenzugelassenen McLaren F1 in wunderschönem Dunkelblau. Zwei F1 an einem Ort sind bereits selten. Sie unter solchen Bedingungen zu sehen, ist noch einmal etwas völlig anderes.
Selbst jetzt, wenn ich daran zurückdenke und über das schreibe, was wir letztes Wochenende erlebt haben, wirkt es unreal. Ist das wirklich passiert? Es ist absolut verrückt, im bestmöglichen Sinne.





Rallye Legenden entfesselt
Auch die Rallyeautos dürfen wir nicht vergessen. Maschinen wie der Porsche 959 Dakar, Audi Sport Quattro S1 und Lancia Delta S4 wurden kompromisslos am Limit bewegt. Wenn diese Autos vorbeigeschossen kamen, warst du sofort mit Schnee bedeckt. Der Sound, besonders diese brutalen Turbogeräusche, war auf einem ganz anderen Level und jagte dir Gänsehaut über den Rücken.





Solltest du zu The ICE gehen?
Also: Solltest du zu The ICE in St. Moritz gehen? Absolut. Ohne zu zögern.
Das ist etwas, das man persönlich erleben muss. Pack aber unbedingt extrem warme Kleidung ein, die Temperaturen liegen zwischen −10 °C und −20 °C, besonders morgens, wenn die Sonne den See noch nicht erreicht hat, wird es brutal kalt.





Am Nachmittag, besonders am Samstag, wurden wir mit herrlich blauem Himmel und Sonnenschein belohnt, das machte die Kälte deutlich erträglicher.
Es gibt überwältigend viel zu sehen und zu erleben. Manchmal wird es fast zu viel: Die ganze Stadt lebt, und überall, wo man hinschaut, passiert etwas Unglaubliches. Dein Kopf kann das alles im Moment kaum verarbeiten. Zum Glück gibt der Sonntag etwas Zeit zum Durchatmen, da das Hauptevent am Freitag und Samstag stattfindet.





Abschließende Gedanken
Kurz gesagt: Wir hatten unglaublich viel Spaß bei The ICE. Es ist eine dieser „Einmal-im-Leben“-Erfahrungen, selbst wenn man das Glück hat, mehr als einmal dabei zu sein.





Jetzt freuen wir uns darauf, dass Frühling und Sommer kommen, auf wärmere Temperaturen und darauf, wieder mehr fantastische Autos auf den Straßen zu sehen. Aber eines ist sicher:





Wir kommen nächstes Jahr zurück. Bis dann.
